Bun.js: Das JavaScript-Schweizer-Taschenmesser, das Node.js alt aussehen lässt

Bun.js erklärt: Warum die JavaScript-Welt auf dieses Tool schwört
Abstract
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Bun.js: Schneller, einfacher, alles-in-einem - die neue Ära der JavaScript-Entwicklung
Was ist Bun.js überhaupt und warum sollte dich das interessieren?
Stell dir vor, du kommst morgens in die Küche und willst Kaffee kochen. Normalerweise brauchst du dafür eine Kaffeemaschine, einen Milchaufschäumer, einen Wasserkocher und vielleicht noch einen Toaster daneben. Jedes Gerät hat seinen eigenen Stecker, sein eigenes Handbuch und irgendwann weißt du selbst nicht mehr, wo du überhaupt anfangen sollst. Genau so fühlt sich die klassische JavaScript-Entwicklung für viele Einsteiger an.
Bun.js kam 2021 auf die Bühne und sagte sinngemäß: "Was wäre, wenn all das ein einziges Gerät erledigen würde und zwar deutlich schneller?" Die JavaScript-Welt war begeistert. Und das aus gutem Grund. Bun ist heute nicht mehr wegzudenken, es treibt unter anderem Tools wie Claude Code an, läuft in Serverless-Umgebungen großer Cloud-Anbieter und ist in den lokalen Entwicklungsumgebungen von Millionen von Entwicklerinnen und Entwicklern zu Hause.
Ein kurzer Blick zurück: Wie JavaScript zum Backend-Monster wurde
Die Anfänge im Browser
JavaScript wurde 1995 ursprünglich für eines entworfen: für kleine Skripte im Browser. Pop-up-Fenster öffnen, Formularfelder validieren - mehr war zunächst nicht geplant. Die Sprache war charmant in ihrer Bescheidenheit.
Der große Ausbruch: Node.js und das Jahr 2009
2009 passierte etwas Historisches: JavaScript verließ den Browser. Mit Node.js wurde die Sprache plötzlich auch auf dem Server lauffähig. Das klang fantastisch und war es auch. Aber mit der Zeit wuchs das Ökosystem in eine Richtung, die niemand wirklich geplant hatte.
Das Toolchain-Chaos, das folgte
Ein typisches JavaScript-Projekt brauchte bald:
- Node.js als Runtime
- npm als Paketmanager
- Webpack als Bundler
- Jest für Tests
- Babel zum Transpilieren von modernem JavaScript
Dazu kamen unzählige Konfigurationsdateien, die selbst erfahrene Entwickler regelmäßig zum Stöhnen brachten. Das node_modules-Verzeichnis - bekannt für seine schiere Größe - wurde zu einem geflügelten Wort in der Branche. Irgendwann fragte sich jemand: Geht das nicht einfacher?
Bun.js betritt die Bühne
Die Idee hinter Bun
Bun wurde mit einer klaren Vision entwickelt: eine Runtime, die alles kann und alles schneller macht. Statt eines Flickenteppichs aus fünf verschiedenen Tools gibt es nur noch ein einziges Binary. Herunterladen, installieren, loslegen.
Technisch unter der Haube: Was macht Bun so schnell?
Während Node.js auf C++ und Googles V8-Engine setzt, geht Bun einen anderen Weg. Es wurde in Zig geschrieben, einer vergleichsweise neuen Systemprogrammiersprache, die für Hochleistungsanwendungen konzipiert ist. Als JavaScript-Engine kommt JavaScriptCore zum Einsatz, dieselbe Engine, die auch in Apples Safari-Browser steckt.
Wer von Grund auf neu baut, kann Entscheidungen treffen, die bestehende Systeme nie hätten treffen können. Das schlägt sich in beeindruckenden Benchmark-Ergebnissen nieder. Bun ist in vielen Szenarien deutlich schneller als Node.js oder Deno.
Was Bun alles ersetzt und warum das so praktisch ist
H3: Bun als Runtime
Wie Node.js führt Bun JavaScript- und TypeScript-Code direkt aus. Der große Unterschied: Für TypeScript brauchst du kein separates Transpiler-Setup. Keine tsconfig.json, kein Babel, kein Webpack. Du schreibst TypeScript, Bun führt es aus. Fertig.
Das ist so, als würdest du ein schwedisches Möbelstück kaufen und es kommt bereits zusammengebaut an.
H3: Bun als Paketmanager
Hast du jemals npm install ausgeführt und dabei einen Kaffee holen gegangen, weil du eh warten musstest? Bun kann dasselbe, aber bis zu 25-mal schneller. Mit bun install werden Abhängigkeiten in einem Bruchteil der Zeit installiert. Die Kompatibilität mit bestehenden package.json-Dateien ist dabei vollständig erhalten. Du musst nichts umschreiben.
H3: Bun als Bundler
Webpack, Rollup, esbuild, all diese Tools haben ihre Berechtigung. Aber mit Bun entfällt in vielen Projekten die Notwendigkeit, sich überhaupt damit zu beschäftigen. Bun bringt seinen eigenen, extrem schnellen Bundler mit. Konfigurationsaufwand: minimal.
H3: Bun als Test-Runner
Tests schreiben ist gut. Tests schreiben und ewig darauf warten, dass sie durchlaufen, ist weniger schön. Bun enthält einen integrierten Test-Runner, der dieselbe Geschwindigkeitsphilosophie verfolgt wie der Rest des Projekts. Die API ist an Jest angelehnt, sodass bestehende Tests in vielen Fällen direkt funktionieren.
Eingebaute Datenbankanbindungen: Ein echter Gamechanger
SQLite direkt im Paket
Willst du Daten lokal speichern? Früher hättest du eine Bibliothek installiert, konfiguriert und mit deiner Runtime verbunden. Mit Bun importierst du einfach das eingebaute Datenbankmodul und fängst an, SQL-Abfragen zu schreiben. Kein Zusatzpaket, keine Abhängigkeit, keine Überraschungen.
Redis und S3 out of the box
Das hört bei SQLite nicht auf. Bun bringt ebenfalls native Unterstützung für Redis (für In-Memory-Caching) und S3-Buckets (für Cloud-Speicher) mit. Wenn deine App plötzlich viral geht und die Datenbank unter der Last zusammenbricht, ist der Wechsel zu einem Redis-Cache eine Sache von wenigen Zeilen Code, ohne neue Pakete installieren zu müssen.
Das ist in etwa so, als würdest du in ein neues Zuhause einziehen und feststellst, dass Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler bereits eingebaut sind.
Bun in der Praxis: Ein einfaches Beispiel von Anfang bis Ende
Projekt starten
Die Installation von Bun erfolgt über einen einzigen Befehl im Terminal. Anschließend legst du ein neues Projekt mit bun init an. Du bekommst sofort eine TypeScript-Datei, mit der du loslegen kannst.
Code ausführen und live neu laden
Mit bun run führst du dein Skript aus. Mit dem --watch-Flag startet Bun automatisch neu, sobald du eine Datei speicherst. Das kennt man aus der Web-Entwicklung als Hot Reload und hier funktioniert es ohne jede Zusatzkonfiguration.
Einen Webserver bauen
Anstatt Express.js zu installieren, nutzt du das eingebaute HTTP-Modul von Bun. Ein funktionsfähiger Webserver ist damit eine Sache von wenigen Zeilen. Kein Express, kein Fastify, kein Koa, einfach Bun.
Kompatibilität mit dem Node.js-Ökosystem
Bun wäre deutlich weniger interessant, wenn es nicht mit dem bestehenden Ökosystem sprechen könnte. Zum Glück tut es das. Die allermeisten npm-Pakete laufen direkt unter Bun ohne Anpassungen. Du kannst also schrittweise migrieren oder Bun einfach in einem bestehenden Projekt ausprobieren, ohne alles über den Haufen zu werfen.
Das ist einer der klügsten Schachzüge der Bun-Entwickler: Sie haben kein geschlossenes System gebaut, sondern ein schnelleres Fundament für das, was bereits existiert.
Für wen ist Bun geeignet?
Einsteiger
Wer JavaScript oder TypeScript lernt, profitiert massiv davon, sich nicht durch Konfigurationshölle kämpfen zu müssen. Mit Bun kannst du dich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: den Code selbst.
Erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler
Wer schon lange mit Node.js arbeitet, wird Bun als erfrischend empfinden. Weniger Abhängigkeiten, weniger Konfiguration, mehr Geschwindigkeit. Und wer Claude Code oder ähnliche moderne Tools nutzt, arbeitet möglicherweise schon indirekt mit Bun, ohne es zu wissen.
Teams und Unternehmen
Weniger Toolchain-Komplexität bedeutet weniger Angriffsfläche, weniger Onboarding-Aufwand für neue Teammitglieder und schnellere CI/CD-Pipelines. Das rechnet sich.
Fazit: Bun.js ist kein Hype, es ist ein Paradigmenwechsel
JavaScript hat in den letzten 30 Jahren eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Vom nervigen Pop-up-Skript im Browser zur Grundlage einer der meistgenutzten Plattformen der Welt. Bun ist das konsequenteste Statement, das diese Welt in langer Zeit gesehen hat: Weniger ist mehr. Schneller ist besser. Einfacher ist schöner.
Es ist natürlich kein Allheilmittel, und Node.js wird nicht über Nacht verschwinden. Aber für alle, die mit JavaScript oder TypeScript entwickeln, ob als Einsteiger oder als Profi, lohnt es sich absolut, Bun auszuprobieren. Du brauchst dafür nur einen einzigen Befehl. Den Rest erledigt Bun.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich Bun in einem bestehenden Node.js-Projekt verwenden, ohne alles neu schreiben zu müssen?
Ja, in den meisten Fällen funktioniert das reibungslos. Bun ist darauf ausgelegt, mit dem Node.js-Ökosystem kompatibel zu sein. Du kannst oft einfach node durch bun ersetzen und npm install durch bun install und alles läuft weiter wie gewohnt, nur schneller.
Ist Bun bereits produktionsreif, oder ist es noch ein experimentelles Projekt?
Bun hat mit Version 1.0 den stabilen Zustand erreicht und wird aktiv in Produktionsumgebungen eingesetzt, unter anderem bei großen Cloud-Anbietern und in Tools wie Claude Code. Es ist nicht mehr experimentell, aber wie bei jedem jungen Ökosystem lohnt es sich, bei kritischen Anwendungen gründlich zu testen.
Muss ich TypeScript separat konfigurieren, wenn ich Bun verwende?
Nein. Das ist einer der großen Vorteile von Bun: TypeScript wird nativ unterstützt, ohne dass du Babel, ts-node oder eine aufwendige Konfiguration benötigst. Du erstellst einfach eine .ts-Datei und führst sie mit bun run aus - fertig.
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