Sieben Tech-Innovationen für den Geschäftserfolg: der Blick von 2020

Rückblick auf 2020: Von KI bis Quantencomputer – welche Technologien Unternehmen damals im Blick haben sollten
Aktualisiert:
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IoT, KI, Blockchain und Co.: Welche Chancen und Hürden Unternehmen 2020 sahen
Welche Technologien sollte ein Unternehmen ernst nehmen, und welche sind vor allem Gesprächsstoff für Konferenzen? Diese Frage stellten sich 2020 viele Geschäftsführungen, zumal die Corona-Pandemie die Digitalisierung gerade unter Druck setzte. Künstliche Intelligenz, vernetzte Geräte und Blockchain waren in aller Munde, Quantencomputer galten als ferne, aber faszinierende Möglichkeit.
Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2020 und gibt den damaligen Blick auf Technologietrends wieder. Die Einschätzungen wurden nicht aktualisiert. Wie sich insbesondere künstliche Intelligenz seitdem entwickelt hat und wie Führungskräfte heute damit umgehen, beschreibt der Beitrag KI-Transformation: Strategien für Führungskräfte.
Warum Technologietrends für Unternehmen zählen
Technologietrends sind für ein Unternehmen so etwas wie ein Kompass: Sie zeigen nicht den Weg, aber die Richtung, in die sich Märkte und Erwartungen bewegen. In der Global Technology Leadership Study 2020 von Deloitte nannten 77 Prozent der befragten Führungskräfte aus dem Geschäftsbereich die Digitalisierung von Geschäftsprozessen als die Entwicklung, die ihr Unternehmen in den folgenden drei Jahren am stärksten beeinflussen würde.
Die Schwierigkeit liegt in der Auswahl. Nicht jede Technologie passt zu jedem Geschäftsmodell, und nicht jede, die in Fachmedien gefeiert wird, ist reif für den Einsatz. Wer sich orientieren will, muss deshalb vom eigenen Bedarf aus denken, nicht vom Angebot der Hersteller.
Nutzen statt Funktionen: wie man über Technik spricht
Viele Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer kennen die Situation: Ein IT-Team präsentiert eine neue Lösung und spricht vor allem über Protokolle, Schnittstellen und Architekturen. Am Ende bleibt die Frage offen, was das Unternehmen davon hat.
Erfolgreiche Projekte drehen diese Reihenfolge um. Sie beginnen mit einem konkreten Problem, etwa zu langen Durchlaufzeiten in der Auftragsbearbeitung, und fragen dann, welche Technik dabei helfen kann. Ein Vergleich aus der Gastronomie: Gäste interessieren sich nicht für die Kühlschränke in der Küche, sondern für das Essen, das sie möglich machen.
Sieben Technologietrends aus Sicht von 2020
1. Internet der Dinge: vernetzte Geräte und Maschinen
Beim Internet der Dinge (IoT) sind Geräte, Maschinen und Produkte mit Sensoren ausgestattet und über das Netz verbunden. Sie melden ihren Zustand, ihren Standort oder ihren Verbrauch, ähnlich einem Nervensystem für Geschäftsprozesse. Eine Maschine kann so selbst melden, dass ein Verschleißteil bald getauscht werden muss.
Angenommen, ein Logistikunternehmen stattet seine Sendungen mit IoT-Sensoren aus. Es weiß dann jederzeit, wo sich ein Paket befindet, kann Verluste schneller aufklären und Kunden genauer informieren. Wie sich solche Lösungen planen lassen, beschreibt unsere Seite zu IoT-Lösungen für vernetzte Geräte.
2. Künstliche Intelligenz: vielseitige Unterstützung
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Software, die Aufgaben übernimmt, für die bisher menschliches Urteilsvermögen nötig war, etwa Texte verstehen, Bilder erkennen oder Prognosen erstellen. 2020 standen Chatbots im Kundenservice und Vorhersagen von Nachfrage und Markttrends im Vordergrund.
Die verbreitete Empfehlung lautete damals: klein anfangen. Ein Chatbot für häufige Kundenfragen, etwa zu Öffnungszeiten oder Lieferstatus, war ein überschaubares erstes Projekt. Erst danach sollten komplexere Anwendungen folgen.
3. Machine Learning: Muster in Daten erkennen
Machine Learning ist ein Teilgebiet der KI. Statt feste Regeln zu programmieren, lernt ein Modell aus Beispieldaten. Je mehr gute Daten zur Verfügung stehen, desto treffsicherer werden seine Ergebnisse. Unternehmen nutzten das, um Muster in Verkaufs-, Kunden- oder Maschinendaten zu finden.
Ein typisches Beispiel ist ein Onlineshop, der Produktempfehlungen anhand des bisherigen Kaufverhaltens personalisiert. Passen die Vorschläge, kaufen Kundinnen und Kunden häufiger, und der Shop verkauft mehr pro Besuch.
4. Augmented und Virtual Reality: neue Blickwinkel
Augmented Reality (AR) blendet digitale Inhalte in das reale Umfeld ein, etwa über die Kamera eines Smartphones. Virtual Reality (VR) versetzt Nutzer mit einer Brille in eine vollständig digitale Umgebung. Beide Techniken eröffneten 2020 neue Möglichkeiten für Produktpräsentationen, Schulungen und Kundenerlebnisse.
Angenommen, ein Möbelhändler bietet eine AR-App an, mit der Kunden ein Sofa virtuell in ihrem Wohnzimmer platzieren. Sie sehen vor dem Kauf, ob Größe und Farbe passen. Das kann Fehlkäufe und damit Retouren verringern.
5. Automatisierung und Robotik: Routine abgeben
Automatisierung umfasst sowohl Industrieroboter als auch Software, die wiederkehrende Büroaufgaben erledigt. Solche Systeme arbeiten rund um die Uhr und übernehmen gleichförmige Tätigkeiten. Mitarbeitende gewinnen dadurch Zeit für Aufgaben, die Erfahrung und Urteilsvermögen verlangen.
Ein Beispiel aus dem Finanzbereich: Prüft eine Bank beim Onboarding neuer Geschäftskunden Dokumente, Register und Angaben automatisch, verkürzt sich ein Vorgang, der zuvor viele Tage Handarbeit kostete, erheblich. Die Menschen im Team kümmern sich dann um die Fälle, die eine Einzelprüfung brauchen.
6. Biometrie: Identität über Körpermerkmale
Biometrische Verfahren erkennen Menschen anhand von Fingerabdruck, Gesicht oder Stimme. Sie können Passwörter ergänzen oder ersetzen und Anmeldungen bequemer und zugleich sicherer machen. Da biometrische Daten nach der DSGVO besonders geschützt sind, mussten Unternehmen schon 2020 sorgfältig prüfen, ob und wie sie solche Verfahren einsetzen.
Weiter in die Zukunft wiesen Ideen wie eine Service-Hotline, die an der Stimme erkennt, ob ein Anrufer verärgert ist, und das Gespräch entsprechend weiterleitet. Erste Systeme dieser Art wurden damals erprobt.
7. Blockchain: Vertrauen ohne zentrale Stelle
Eine Blockchain ist eine verteilte Datenbank, deren Einträge sich nachträglich nicht unbemerkt ändern lassen. Sie funktioniert ähnlich wie ein digitales Notariat, nur ohne zentrale Instanz. Das macht sie interessant für Transaktionen zwischen Partnern, die einander nicht vollständig vertrauen, und für die lückenlose Nachverfolgung von Lieferketten.
Auch Medienhäuser experimentierten mit der Technik. So testete die New York Times 2019 in ihrem News Provenance Project, ob sich die Herkunft von Pressefotos per Blockchain nachweisen lässt, um Manipulationen und Falschmeldungen entgegenzuwirken. Einen breiteren Überblick gibt der Beitrag Die Anwendungen der Blockchain.
Quantencomputer: die nächste große Umwälzung?
Zum Schluss ein Blick in die fernere Zukunft. Quantencomputer rechnen mit Quantenbits, die mehrere Zustände zugleich annehmen können. Für bestimmte Aufgaben, etwa in der Materialforschung, der Logistikplanung oder der Kryptografie, versprachen sie eine Rechenleistung, die klassische Computer nicht erreichen.
2020 waren Quantencomputer für die meisten Unternehmen allerdings noch kein Thema für die eigene Planung. Es lohnte sich, die Entwicklung zu beobachten, vor allem wegen möglicher Folgen für heutige Verschlüsselungsverfahren.
Was die Trends von 2020 für Unternehmen bedeuteten
Die Technik entwickelte sich 2020 schnell, doch das war kein Grund zur Hektik. Für die meisten Unternehmen ging es nicht darum, jede neue Technologie sofort einzuführen. Entscheidend war die Frage, welche davon ein konkretes Problem löst: Prozesse verbessern, neue Märkte erschließen oder Kunden einen spürbaren Nutzen bieten.
Unsere Empfehlung aus damaliger Sicht: mit einem klar umrissenen Pilotprojekt beginnen, Ergebnisse messen und erst dann ausweiten. Wer verschiedene Technologien vergleichen und das eigene Team dafür schulen möchte, findet auf unserer Themenseite Digitale Technologien: Beratung, Coaching und Seminare passende Angebote.
Häufige Fragen zu Technologietrends
Wie kann ein kleines Unternehmen von diesen Trends profitieren?
Auch kleine Unternehmen haben Möglichkeiten. Sinnvoll sind überschaubare, kostengünstige Projekte, etwa ein Chatbot für Standardanfragen oder Machine-Learning-Dienste aus der Cloud, die keine eigene Infrastruktur erfordern. Viele Anbieter hatten schon 2020 Lösungen speziell für kleine und mittlere Unternehmen im Programm.
Welche Fähigkeiten sollten Mitarbeitende entwickeln?
Grundkenntnisse in Datenanalyse, KI und IT-Sicherheit gewannen an Bedeutung. Ebenso wichtig waren kritisches Denken, Kreativität und die Bereitschaft, Neues zu lernen. Eine Kultur, in der Weiterbildung selbstverständlich ist, hilft Unternehmen, mit dem technischen Wandel Schritt zu halten.
Wie geht man mit ethischen Bedenken um?
Ethische Fragen gehören von Anfang an in die Technologiestrategie. Klare Regeln für den Einsatz von KI und den Umgang mit Daten schaffen Orientierung, Transparenz gegenüber Kunden und Mitarbeitenden schafft Vertrauen. Dazu gehört auch, Diskussionen und neue Regulierungen zu verfolgen und die eigene Praxis anzupassen.
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